Johannes S. Sistermanns, etc | electric tea ceremony_random, Digital Sound Performance, Interpreten: Johannes S. Sistermanns, voice, tea cans, monochord, tea leafs, sounds; Kazuya Ishigami, live computer sampling, sounds, Wergo ARTS 81042, CD

2001 hält sich Johannes S. Sistermanns vier Monate in Japan auf (Artist Fellowship der Japan Foundation). Bei diesem dritten Aufenthalt in Japan seit 1997 entwickelt er die electric tea ceremony. Ausgehend von der traditionellen Teezeremonie sind für ihn die heute alle 70 bis 100 Meter aufgestellten Getränkeautomaten mit u. a. auch heißem grünem Tee in Weißblechdosen Ausdruck einer »modernen Teezeremonie« des heutigen Japan. Aufnahmen in diesen Automaten und an den Orten, an denen sich diese „moderne Teezeremonie“ in neuem sozialen Kontext ereignet, sind ebenso Bestandteil von etc_random wie Teeschale, -dose, -wasser zur materialen Klang- und Geräuschfindung. Kazuya Ishigami greift mit Sounds und Computer-Samplings live in die Performance ein. etc_random wird als eine digitale KlangPerformance über die random-/Zufalltaste abgespielt. Die 55 Stücke sind komponiert, nicht aber ihre Reihenfolge.

Inhalt:
NiJu – Im Land der aufgehenden Getränkeautomaten
Sanju-san – Der Weg des ‚grünen Blattes’
GoJu-yon – Brutal sich gebärdende Klangzonen
roku – Ein Ankommen ist woanders
Ju-ni – Das Öffnen zum Trinken des warmen grünen Tees
YonJu-ichi – Das moderne Teehaus: der Getränkeautomat
NiJu-nana – Alle 70 bis 100 Meter steht in Japan ein Getränkeautomat
ni – Ehrfurcht (kei)
SanJu – Teetrinken ist beiläufig
Ju-hachi – Die Dose von keinem Wert
NiJu-yon – Zeichen einer modernen Teezeremonie
rei – Sôan
YonJu-ku – Punkt und Meer
GOJu-ni – Dynamik der ungewissen Balance
san – Kontemplatives Feld der Asymmetrie
NiJu-ni – Unvollkommenheit
Ju-ichi – Wertschätzung aller Wesen, der Harmonie (wa)
SanJu-ichi – Lob der Resonanz
YonJu-roku – Laute Teezeremonie
ichi – Dem nicht-artikulierten Ganzen
Ju-san – Asymmetrische Balance
NiJu-ku – Rituelle Stille
GoJu-ni – Innere und äußere Reinheit (sei)
YonJu –san – Kooperierende Klangräume
ku(kyu) – Electric Tea Ceremony
GoJu-ichi – Ein Japaner trinkt nicht auf der Straße
YonJu-yon – Die Mönche tranken den Tee alle aus einer einzigen Schale
yon(shi) – Wabi’ wie Mangel, Verlust, Hoffnungslosigkeit, Verlorensein
Ju-yon – Interaktion Mensch-Getränkeautomat moderne Teezeremonie
Sanju-hachi – Das GetränkeSelbst (autós, griech. Selbst)
Sanju-ni – Drei Sekunden Substrat
Ju(to) – Unvollständigkeit
NiJu-go – Verlangen nach grünem, warmem Tee
GoJu-san – Ggegenseitige Durchdringung räumlicher Sphären
Ju-roku – Das Geldsuchen im Portemonnaie
go – Abwarten des vertrauten Geräuschs einer durch den Automaten hinunterrasenden Teedose
Sanju-go – Aufschlagen in das blecherne Auffangbehältnis
YonJu-nana – Formlosigkeit
NiJu-ichi – Das Zurückschieben des Öffnungsschlitzes
hachi – Das Herausholen der Teedose mit der anderen Hand
Ju-ku – Automat = Teehaus, Partner und Zeremonienmeister
Sanju-ku – Die Stadt mutiert zum klangrauschenden Garten
Ju-nana – Der Tee hört mit
NiJu-hachi – Ist Resonanz für jedes gesprochene Wort
YonJu-go – Pachinkohallen
Sanju-roku – Aufrichtige tiefe Anteilnahme an allem
Ju-go – Einkaufspassagen
GoJu – Teeblätter
YonJu-hachi – Monochord
NiJu-san – Originaltonaufnahmen in Kyoto und Tokyo
YonJu – Aluminium-Teedose
Niju-roku – Video-Performance, Silent Tea at Teramichi’
nana(shichi) – Stille (jaku)
Sanju-nana – Der Klang des sozialen Umfelds
YonJu-ni – Computer Live-Sampling, Laptop

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