Ensemble L‘ART POUR L’ART, Haltbar gemacht, Komponisten: Kikan E. Nelle (*1996); Gustav Baier (*1998); Anna Weißbach (*1999); Lea J. Mummert (*2000); Agnes Homann (*1997); Rebekka Homann (*1999); Jonathan Mummert (*1998); Mahnaz Shahriyari (*1997); Interpreten: Ensemble L‘ART POUR L’ART; Hessischer Rundfunk, L‘ART POUR L’ART 2010

Die Kompositionskurse des Ensembles L‘ART POUR L‘ART gehen vom Hören aus, besser vom Horchen. Vom Horchen auf das, was uns umgibt, wenn wir selbst nichts tun außer eben horchen. Die Jugendlichen erfahren so das Klangbild ihrer Umgebung und versuchen als ersten Kompositionsschritt, diese Umgebung eine eigene musikalische Aktion hinzufügend zu bereichern. Eigenes in die Umgebung einfügen, Eigenes und die Umgebung zusammensetzen, Eigenes der Umgebung entgegensetzen, mehr ist Komponieren zunächst nicht. Aber es gilt, das Eigene zu vertreten und das, was uns umgibt, zu erkennen und dann zu genießen oder zu ertragen, wie sich das Eigene in der Umgebung behauptet, wie das Eigene die Umwelt sogar verändern kann oder ganz einfach untergeht… Es gibt kein Richtig und Falsch im Vorwege – richtig ist das, was die Absicht verdeutlicht, falsch ist, was sie verhindert.

Komponieren bedeutet hier nicht, musikimmanent zu entscheiden, sondern sich von außen der Musik anzunähern. Die Jugendlichen reflektieren ihr Sein in Bezug auf die Welt, in die sie hineingeboren wurden, sie lernen zu beobachten und zuzuhören, von den Wahrnehmungen musikalische Erfordernisse abzuleiten, um diese dann genauer zu erforschen. Unabhängig von der Erfindung von Musik vermittelt der Kurs den Kindern und Jugendlichen die Erfahrung, basierend auf phänomenologischer Betrachtung selbst eine Entscheidung zu treffen und daran zu arbeiten. Dass diese Erfahrung wirksam wird, ist ein wichtiges Instrumentarium – übertragbar auf andere Lebensbereiche. Unwillkürlich werden das Selbstbewusstsein (im Wortsinne) und die Wahrnehmungsfähigkeit der Jugendlichen geschärft. Wie nebenbei lernen die Schüler und Schülerinnen Instrumente in ihrer klanglichen Vielfalt, in ihren spieltechnischen Möglichkeiten und Beschränkungen kennen, erhalten ein Gefühl für die Architektur, für Spannungsverläufe in der Musik. Musikalische Parameter werden im Zuge der Arbeit auf unmittelbare Weise erfasst: Musik erfinden und erlernen gehen Hand in Hand; durch die Sensibilisierung in der Recherche erklären sich die Gesetze der Musik vergangener Jahrhunderte durch den Umgang mit dem Jetzt – im Gegensatz zur traditionellen Unterrichtspraxis. Unsere Aufgabe als Lehrer ist es, nicht die Kinder als leere Behälter anzusehen, die erst mit Wissen gefüllt werden müssen, sondern wir nehmen das Eigene der Jugendlichen als Ausgangspunkt für den persönlichen Unterricht. Eine Aufgabe mit offenem Ausgang. (…) Die vorliegende Produktion zeigt acht Positionen aus den Kursen 2009 und 2010 von Schülerinnen und Schülern, die bereits seit mehreren Jahren den Kompositionsunterricht besuchen. Die vorliegende Produktion konnte durch die Verleihung des Förderpreises Musikvermittlung 2009 des Musikland Niedersachsen und der Niedersächsischen Sparkassenstiftung, die Förderung des Lüneburgischen Landschaftsverbandes sowie in Zusammenarbeit mit dem Hessischen Rundfunk und ermöglicht durch den Verein der Freunde und Förderer des Ensembles L‘ART POUR L‘ART Niedersachsen e.V. realisiert werden. Diese Unterstützung ist nicht hoch genug wertzuschätzen. Wir bedanken uns. (Astrid Schmeling, Matthias Kaul)

Inhalt:
Kikan E. Nelle (*1996) Luftlöcher (2010) 1, 2
Gustav Baier (*1998) Feuriges im Büro (2010) 3, 4
Anna Weißbach (*1999) Süßes oder Saures (2009) 5, 6-8
Lea J. Mummert (*2000) Die interessante Suppe (2009) 9, 10
Agnes Homann (*1997) Sekt und Kakao (2010) 11, 12
Rebekka Homann (*1999) Pausen selbst gemacht (2010) 13, 14
Jonathan Mummert (*1998) Pausenbrot (2010) 15, 16
Mahnaz Shahriyari (*1997) i et i (2010) 17, 18
Manufacturers