Gerd Zacher: Event(ualitie)s - Solo and Duo Compositions, Interpreten: Hasti Molavian: Sopran / Evelin Degen: Flöte / Klavierduo Tomas Bächli|Gertrud Schneider / Thomas Günther: Klavier / Alfred Pollmann: Klavier /
Juan Allende-Blin: Klavier / Matthias Geuting: Orgel, WER 73942, 2020.

Gerd Zacher (1929-2014)gehört unweigerlich zu jeder Geschichte über die Neue Musik des 20. Jahrhunderts. Er war der wichtigste Organist für Neue Musik weltweit - und dafür verantwortlich, dass neue Orgelwerke von Komponisten wie György Ligeti, John Cage, Mauricio Kagel, Dieter Schnebel oder Isang Yun entstanden.

Was aber kaum jemand weiß: Gerd Zacher war auch ein exzellenter Komponist, der seine Kompositionen allerdings unter Verschluss hielt. Daher gilt es diese Werke erst noch zu entdecken. Nach seinem Orgelwerkzyklus »Die Kunst einer Fuge« (WER 61842, 1990) erscheint mit »Event(ualitie)s« bei WERGO seine zweite Porträt-CD posthum. Eine wahre Entdeckung voller musikalischer Überraschungen, die sich lohnt. Bei allen Werken der Neuerscheinung handelt sich um Ersteinspielungen, die die Interpreten teilweise noch persönlich mit dem Komponisten bzw. mit seinem Lebenspartner, dem Komponisten Juan Allende-Blin, erarbeiteten. Eine zentrale künstlerische Frage für Zacher war stets das Verhältnis zwischen Komposition und Improvisation, Notation und Interpretation. Die auf dem Doppelalbum vorgestellten Solo- und Duostücke aus fünf Jahrzehnten sind weitgehend präzise ausnotierte Werke, enthalten aber auch Passagen größerer Offenheit für die Interpretation, etwa in den John Cage gewidmeten
»75 Event(ualitie)s«. Gerade die Duo-Kompositionen dieser Neuerscheinung vermitteln einen besonders lebendigen Eindruck davon, wie sich Spontaneität und Kalkül bei Zacher im Dialog musikalisch-dialektisch
entfalten.

Inhalt:
75 Event(ualitie)s für Orgel gleichzeitig mit "Siebeneinhalb Dezennien" für Klavier von Juan Allende-Blin (Zuspielung), Realisation 1 und 2
Glossar für Flöte und Klavier, op. 2
Projektion für Klavier
Fünf Transformationen für Klavier, op. 3
Das Gebet Jonas im Bauche des Fisches für Sopran und Orgel
Explosiva für Orgel
L'heure qu'il est für zwei Klaviere im Vierteltonabstand

104'10''

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