Giacinto Scelsi: Suite 8 & 11 per pianoforte, Interpretin: Sabine Liebner, WER 73282 (CD) DDD, Erscheinungsdatum: 16.10.2020

Giacinto Scelsi (1905-1988) ist einer der ganz besonderen solitären Komponisten des 20. Jahrhunderts, die erst nach ihrem Tod als zentrale Figuren erkannt und gefeiert wurden. Zu Lebzeiten galt er in Italien vielen als
prätentiöser Dilettant. Das hängt damit zusammen, dass Scelsi alle seine Werke mit fremder Hilfe zu Papier brachte: Seit Mitte der 1950er Jahre zeichnete er seine Improvisationen auf Tonband auf und ließ sie durch andere
transkribieren.

Binnen weniger Jahre entstanden so hunderte von Klavierstücken, die Scelsi im Nachhinein u. a. zu Suiten gruppierte. Die Reihe seiner Suiten ließ er zunächst mit der Nr. 8 beginnen, denn er betrachtete die Acht als seine
Schicksalszahl. »Bot-Ba«, wie die »Suite Nr. 8« im Untertitel heißt, bedeutet »tibetisch«. Mit tibetischer Ritualmusik hat Scelsis Klaviersuite allerdings nichts zu tun, es ging ihm eher um eine geistige Nähe zur
östlichen Philosophie.

Seine letzte »Suite Nr. 11« ist insofern ein Sonderfall, als Scelsi sie erst spät zusammengestellt zu haben scheint, zumindest in ihrer endgültigen Fassung. Die Interpretation dieser Suite durch die international
preisgekrönte Pianistin Sabine Liebner kann als erste authentische Einspielung des Werks in ursprünglicher Reihenfolge gelten. Schon 2015 sind Liebners akkurate und kritisch erarbeitete Einspielungen der
Suiten Nr. 9 und 10 mit großer Anerkennung der Fachwelt bei WERGO erschienen.

Inhalt

Suite n. 8 - Bot-Ba per pianoforte
6 Sätze ohne Satzbezeichnung
Suite n. 11 per pianoforte
9 Sätze ohne Satzbezeichnung

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