Peter Ablinger, Instrumente und ElektroAkustisch Ortsbezogene Verdichtung, (»RED ON MAROON«) / »Instruments and Electro-Acoustic Site-specific Verticalisation«, System Design: Robert Hölderich, Thomas Musil (IEM Graz); Implementation: Wolfgang Musil; Conception: Peter Ablinger, Durian Records 021-2 (2003)
 

I: Bis 1994 habe ich ausschließlich instrumental/vokal komponiert. Einer der Grundzüge der Stücke war die zunehmende Dichte, die Entwicklung hin zum Rauschen (zum Rauschen, nicht zum Geräusch. Das ist für mich etwa das Gegenteil.)
E: Nach einem Jahr Komponierpause mit Versuchen in verschiedenen Studios (TU Berlin, Experimentalstudio der Heinrich Strobel Stiftung des Südwestfunks Freiburg, Peter Böhm Wien, IEM Graz) habe ich die lEA0V Reihe begonnen.(1)
A: Wollte ich mich weiterhin auf Instrumente allein beschränken, hätte ich jeweils mehrere hundert benötigt. Das A steht für den höheren Anteil an unmittelbarer Erfahrung. Das A ist gewissermaßen die Opposition zum Notenpapier.
0: Die instrumentalen Klänge werden nun in einem Prolog eingespielt und verdichtet. Die verdichteten Klänge sind dann Hauptbestandteil des eigentlichen Stückes, zu dem noch der Live Spieler hinzutritt. Das heißt, der ElektroAkustik Anteil selbst ist nicht live und doch in jeder Aufführung, an jedem Ort neu erstellt. Der Ort ist, im Gegensatz zum Abstraktum »Raum«, dasjenige, wo Vorgestelltes (Raum) und Bedingtes (Zeit), Verfassung und Wahrnehmung in eins fließen.
V: Die Verdichtung ist das eigentlich Methodische an diesem Konzept. Es ist die präzise technische Umsetzung einer ursprünglichen Metapher: Das Hochklappen der Zeit in den Augenblick. Das »Alles immer«.
F = T: In der Verdichtung wird jegliches zeitliche Nacheinander in die Gleichzeitigkeit eines Spektrums verwandelt. Etwas, das als Klang Folge (»Palette«) eingespielt wird, kehrt als Klang Farbe wieder. Nicht nur die Tonhöhen, sondern jeder Bestandteil eines Klanges einschließlich aller Ein und Ausschwingvorgänge wird bestimmend für die resultierende Farbe. Der zeitliche Verlauf ist vom spektralen nicht mehr unterschieden. Zeit selbst ist mit Farbe identisch geworden. f(Frequenz) = t(Zeit).

In 1994 I was searching for a solution to increasing significantly the density of sound – as in »Der Regen, das Glas, das Lachen« – that would still allow me to continue collaborating with instrumentalists. »Significantly« meaning, I had a conception of sound comparable to noise (Rauschen): something, where events would become color. I was close to the solution that eventually led to the IEAOV pieces when I began taking photographs with extended exposure time and a moving camera: movements in space that would condense into color spectra. For me, these first photos were in no way visual art. And yet, the soon to follow condensation pieces for instruments and electronics have always been more like huge colored plates than music – huge colored plates which, nevertheless, were composed for the concert hall... The basic operation for the IEAOV pieces is allways the »verticalization« or »condensation«: By condensation successive events are transformed into the simultaneity of a spectrum. A succession of sounds as an input (the »palette«) turns into a color of sound as an output.
The concrete idea how to realize the structure of IEAOV is duo to a week of research in 1995 at the Experimentalsudio Freiburg, Germany. A prototype was implemented by Peter Böhm, Vienna, with whom the first piece of the series, IEAOV »Läuterung des Eisens«, was performed (Rümlingen, Switzerland, 1995, instrumentalists: »Trio Accanto«, Marcus Weiss, Yukiko Sugawara, Christian Dierstein). Requirements for IEAOV pieces: Instrument(s), computer (Max/MSP), microphone(s), loudspeakers (and in some of the pieces additionally a CD-Player)

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